Debatte

Es passt gut zu Bamberg

"Zum Thema 'Kreisel am Wilhelmsplatz': Irgendwie passt sie so recht in das übliche Bamberg-Bild, die jetzt realisierte Lösung bei der Gestaltung des Kreisels auf dem Wilhelmsplatz: Diese außergewöhnliche und bemerkenswerte Stadt Bamberg lebt in ihrer städtebaulichen Bedeutung und Schönheit von der baulichen Kreativität und dem Schönheitssinn früherer Generationen – und beim Stichwort 'Weltkulturerbe' klopft man sich gerne selbstgefällig auf die Schulter. Aber wenn es darauf ankommt, dann bringt man heute allzu häufig leider nur Zweitrangiges zustande." In einem Leserbrief im Fränkischen Tag kommentiert Dr. Helmuth Jungbauer Stadtentwicklungspolitik in Bamberg. Wir dokumentieren.

"Da gab es die einmalige Chance, innerhalb relativ kurzer Zeit drei städtebaulich wichtige Brücken neu zu gestalten – aber heraus gekommen ist alles in allem nur Unbehagen und ein belastender finanzieller Scherbenhaufen.

Da hat man mit nicht geringem Aufwand vor nicht allzu langer Zeit den Maxplatz neu gestaltet – und bekommen haben wir einen eher trögen Aufmarschplatz für drittklassige Radauveranstaltungen. Und jetzt der Wilhelmsplatz! Von Baustil und Geschichte her gesehen ist und bleibt der Platz der Prinzregentenplatz. Dieser honorige bayerische Herrscher war oft in Bamberg, die Stadt hat ihm vieles zu verdanken. Sein Denkmal auf dem Platz aufzustellen, wäre ebenso logisch wie städtebaulich überzeugend.
Man kann den Kreisel jetzt so schön und aufwändig bepflanzen wie man will, eine solche Lösung bleibt immer konventionell und provinziell. Einen bepflanzten Kreisel hat heute jedes Bauerndorf. Und auch das im Stadtrat von Stadträtin Ursula Sowa vorgebrachte Argument, man könne das Reiterdenkmal dort nicht aufstellen, weil das Pferd einem gewissen Bereich immer das Hinterteil zuwende, vermag nicht zu überzeugen: Ebenso wie die Dame ohne Unterleib, so hat die Evolution bisher auch kein Pferd ohne Hinterteil hervorgebracht.

Dr. Helmuth Jungbauer"