Friedrich arbeitet an Demographie-Strategie

Gewonnene Jahre bieten Chancen

2060 werden in Deutschland nur noch 65 bis 70 Millionen Menschen leben. Das zeigt der Demographie-Bericht der Bundesregierung. "Die Gestaltung des demografischen Wandels ist eine der großen Zukunftsaufgaben", sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich bei der Vorstellung der Studie. Der Gefahr von Versorgungs- und Mobilitätsengpässen müsse rechtzeitig begegnet werden. "Wir sind gefordert, unser gesellschaftliches Fundament umzubauen. Der demografische Wandel ist jedoch auch eine Chance, eine umfassende und nachhaltige Modernisierung unseres Landes zu bewirken."

Die christlich-liberalen Koalition hatte sich 2009 vorgenommen, eine ressortübergreifende Demographiepolitik zu entwerfen. Friedrich koordiniert als Innenminister diese Bemühungen. Der von ihm erarbeitete Demographie-Bericht belässt es nicht nur bei einer Bestandsaufnahme der Situation in Deutschland, sondern entwirft auch klare Visionen für eine gestaltende Politik zum Wohle aller Generationen.

Im Deutschen Bundestages unterstrich er die Notwendigkeit einer aktiven Demographiepolitik der Bundesregierung. Seit vier Jahrzehnten, so der Minister, verändere sich unser Alltag in vielen Bereichen aufgrund des demographischen Wandels. Er bedauerte, dass es bisher dennoch kaum Ansätze gab, die damit verbundenen Fragestellungen in den Mittelpunkt der politischen Debatte zu stellen. Der Bericht zeigt, dass die Bevölkerungszahl in Deutschland in den nächsten 50 Jahren auf etwa 65 bis 70 Millionen sinken wird. „Ein Drittel der Menschen wird dann 65 Jahre und älter sein, ein Siebtel sogar 85 Jahre und älter“, unterstrich Friedrich.

Damit einher geht auch ein Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Heute besteht die Bevölkerung mit jeweils einem Fünftel noch fast zu gleichen Teilen aus Kindern und jungen Menschen unter 20 Jahren und aus 65-Jährigen und Älteren. Im Jahr 2060 wird jeder Dritte (34 Prozent) mindestens 65 Jahre alt sein.

Er plädierte dafür, auch die Chancen der demographischen Entwicklung wahrzunehmen. In der Tat erinnern auch Experten immer wieder daran, dass es sich in erster Linie um eine positive Entwicklung handle, wenn die Menschen immer länger lebten; auch die Pflegebedürftigkeit trete immer später ein. Diese gewonnenen Jahre gelte es entschieden zu nutzen. So lautet auch das erste der vier Ziele, die im Demographie-Bericht der Bundesregierung genannt werden. Darüber hinaus sollen die Wachstumsperspektiven gestärkt, die soziale Gerechtigkeit bewahrt und die Handlungsfähigkeit des Staates erhalten werden.

Im kommenden Frühjahr will die Bundesregierung eine ressortübergreifende Demographie-Strategie vorlegen. Sie soll konkrete Vorschläge für die von Friedrich bereits am Mittwoch geforderte Vernetzung von Bund, Ländern und Kommunen in dieser Angelegenheit formulieren.

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