Bamberg war seiner Zeit 100 Jahre voraus
Gerhard Seitz besuchte Seniorenkreis St. Martin/ St. Josf
– CSU/BBB-Oberbürgermeisterkandidat Gerhard Seitz war aufgrund einer Einladung zu Gast beim Seniorenkreis St. Martin/St. Josef und hielt dort einen Vortrag zum Thema „Krankenversicherung: Was die Gesundheitspolitik aus zwei Jahrhunderten gelernt hat“.
Seitz unternahm dabei einen Exkurs in die Bamberger Geschichte und konnte zur Überraschung vieler älterer in Bamberg geborener Mitbürgerinnen und Mitbürger aufzeigen, dass in Bamberg bereits 100 Jahre vor Bismarck eine Krankenversicherung für Handwerksgesellen, Dienstboten und für Arme über 100 Jahre existiert habe. In Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Robert Zink vom Stadtarchiv Bamberg erläuterte er, dass bereits vor 200 Jahren die Probleme in der Krankenversicherungen dieselben waren, wie heute: Ambulante Behandlung ging und geht vor stationärer Therapie, geringfügige Leiden (wie Kopfweh, Husten, etc.) wurden nicht behandeln und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen (wie Wahnsinn, Krebserkrankungen, Anfallsleiden, etc.) hat man nach Möglichkeit erst gar nicht stationär aufgenommen.
Damals wie heute war die Krankenkasse von einem Auf und Ab der Kosten gekennzeichnet: In fast der Hälfte der Jahre gab es Defizite, Überschüsse waren selten.
Beim Vergleich mit der aktuellen Situation unseres Gesundheitswesens sind die Parallelen evident und bedauerlicherweise haben unsere Gesundheitspolitiker in dieser Zeit wenig dazu gelernt. Die Probleme sind – wie oben ausgeführt – die gleichen geblieben.
Als Quintessenz stellte Seitz heraus, dass es wohl ungemein wichtig sei, im Gesundheitswesen nach wirtschaftlichen Maximen zu arbeiten, es aber ethisch und moralisch kaum verantwortet werden könne, diesen Markt als Wachstumsmarkt wirtschaftlich und mit attraktiven Gewinnen für Investoren zu führen. „Leidtragende sind dann nur Patienten, denn es ist bekannt, dass weitaus mehr als 60 % unseres Geldes im Gesundheitswesen für Patienten ausgegeben wird, die innerhalb der nächsten 12 Monate sterben.“
Anlass für diesen historischen Vergleich war eine Einladung im Rahmen der Ringvorlesung „Christliche Impulse der Europäischen Moderne“ für Professor Seitz und Dr. Zink an die katholische Universität Eichstätt, in der die beiden vor zahlreichen Zuhörern über die erste Krankenversicherung der Welt berichteten.


