Bamberg als Eldorado für Kabarettisten

Bamberg – „Die Zustände in Bamberg sind – wohin man schaut – meistens nur mit fränkischem Humor zu ertragen!“ Und den gab es beim Kabarett der Bamberger CSU zum politischen Aschermittwoch reichlich. Mit einer Mischung aus Pointen, Witzen und hintersinnigen Attacken begeisterte der Kabarettist Wolfgang Reichmann das Publikum im bis auf den allerletzten Platz gefüllten Keesmann-Saal. CSU-Kreisvorsitzender Dr. Christian Lange versprach ihm ein Aschermittwochs-Abo auf Lebenszeit. Auch wenn dies bedeute, dass man sich immer wieder einen satirischen Spiegel vorhalten lassen müsse.

Die Bamberger Christsozialen und die Verantwortlichen der Stadt mussten so einiges einstecken: „Kein Geld für Blumakübel, Christbäum‘, bröckelnde Mauern – aber einen Rettungsschirm für die Sandkerwa. Des is unser Bamberg“, so Reichmann. Die Absage der Distriktskirchweih habe zu einem Anstieg der FT Berichterstattung („Sage und schreibe 24 Seiten widmete der FT einer Kerwa, die gar nicht stattfand!“), einem Boom für Reisebüros („Was mach mer eigentlich jetzt am letzten Augustwochenende?“) und Verkaufsrekorden von Tabletten („KeDep – Kerwadepression“) geführt. Der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Helmut Müller, der mit seinen Aussagen, das mediale Fass zum Überlaufen gebracht hatte, wurde natürlich auch nicht verschont.

Reichmann erklärte Bamberg zum fränkischen Eldorado für Kabarettisten. Mit „böser“ Lust und  augenzwinkernden Scherzen kommentierte der ehemalige Basketballer die aktuellen Ereignisse in der Stadt. Die Sandstraße bezeichnete er nicht als Flanier-, sondern als Flankiermeile. Gastronomen riet er, auf Reservierungen zu verzichten: Die Idee, „wer kummt ist do“ sei bei Touristenmassen und vollreservierten Restaurants ein Geheimtipp. Das Bambados bestätige die Regel, dass sich das Passivbad aus der Gleichung „Länge mal Breite mal Geld“ berechne. Und beim „Tag des offenen Denkmals“ könne man aufgrund ihres Zustandes in diesem Jahr die Bamberger Straßen besichtigen.

Zum Ende schlug Reichmann ernstere Töne an: „Die Stärke der AfD kommt gerade auch von der aktuellen Schwäche der anderen Parteien.“ Er rief dazu auf, geschlossen und seriös die wichtigen Themen der Stadt anzugehen. „Wer politisch in Bamberg punkten will, der muss bei den Themen der Flüchtlingsfrage und beim ICE-Ausbau anpacken.“ Nicht nur damit bot Wolfgang Reichmann genug Gesprächsstoff für den weiteren Abend. Mit Staatsministerin MdL Melanie Huml und Bezirkstagskandidat Thomas Söder mischten sich die beiden Direktkandidaten der Bamberger Christsozialen unter die Gäste.

Foto: Sibylle Kretzschmar