Huml: Anreize für Landärzte und Hebammen

Gesundheitsministerin Melanie Huml: „Im ländlichen Raum wollen wir außerdem mit Anreizen für Landärzte und Hebammen die ambulante medizinische Versorgung verbessern. Mit einer Landarztquote und einer neuen Landarztprämie wollen wir 1000 Ärzte aufs Land bringen.“

Die Staatsregierung hat Meilensteine für eine bestmögliche medizinische Versorgung beschlossen. Neben der Spitzenmedizin werden auch Landärzte, Hebammen und kleinere Krankenhäuser außerhalb der Großstädte mit insgesamt drei Milliarden Euro gefördert.

Der Ministerrat hat bei seiner Schwerpunktsitzung „Gesundheit und Pflege“ im Universitätsklinikum München-Großhadern wichtige Maßnahmen für eine bestmögliche medizinische Versorgung des Freistaates beschlossen.

Den ländlichen Raum und Spitzentechnik stärken

„Bayern ist das Gesundheitsland. Für die Staatsregierung bedeutet das: Den ländlichen Raum stärken und neue Spitzentechnik fördern“, betonte Ministerpräsident Markus Söder. Das bedeute eine gezielte Strukturförderung für kleinere Krankenhäuser im ländlichen Raum, Rekord-Investitionen in den Krankenhausbau, Schaffung neuer Einrichtungen für die Hochleistungsmedizin und gezielte Maßnahmen wie den Hebammen-Bonus. „Alleine für den Krankenhausbau werden wir in der kommenden Legislaturperiode drei Milliarden Euro aufbringen. Dazu haben wir bereits ab 2018 das jährliche Fördervolumen um 140 Millionen auf 643 Millionen Euro erhöht. Wir haben heute die Finanzierung von 26 neuen Baumaßnahmen in ganz Bayern mit einem Schwerpunkt im ländlichen Raum auf den Weg gebracht. Damit verbessern wir die medizinische Versorgung in allen Regierungsbezirken“, so der Ministerpräsident.

„Bayern leistet bei der Krankenhausfinanzierung deutlich mehr als andere Länder“, unterstrich Gesundheitsministerin Melanie Huml. „Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Versorgung der Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum.“ Etliche kleine Krankenhäuser müssten aufgrund der demografischen Entwicklung ihre Strukturen neu ausrichten, um ihr Versorgungsangebot zukunftsfest auszugestalten. Dieser Prozess stelle die Landkreise als Träger vor große finanzielle Herausforderungen, bei denen ihnen künftig der Freistaat finanziell unter die Arme greift.

Die neuen Bauvorhaben verteilen sich auf alle sieben Regierungsbezirke. Herausragende Projekte sind die Baumaßnahmen am Klinikum Nürnberg-Süd (Fördersumme: 104,46 Mio. Euro), am Klinikum Main-Spessart Lohr am Main (Fördersumme: 99,28 Mio. Euro), am Klinikum Kulmbach (58,86 Mio. Euro), am Klinikum Altmühlfranken Weißenburg (41,35 Mio. Euro) und am Krankenhaus Landshut-Achdorf (Fördersumme: 35,38 Mio. Euro). Weitere Kliniken werden bis 2022 gefördert in Roth, Günzburg, München, Hof, Mühldorf am Inn, Ansbach, Eichstätt, Rotthalmünster, Neumarkt, Altötting, Traunstein, Pfaffenhofen, Bad Aibling, Osterhofen, Bad Windsheim, Nürnberg-Nord, Würzburg, Schweinfurt, Donauwörth, Ottobeuren und Simbach am Inn.

Anreize für Landärzte und Hebammen

Huml ergänzte: „Im ländlichen Raum wollen wir außerdem mit Anreizen für Landärzte und Hebammen die ambulante medizinische Versorgung verbessern. Mit einer Landarztquote und einer neuen Landarztprämie wollen wir 1000 Ärzte aufs Land bringen.“ Mit der Quote sollen bis zu fünf Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Studierende vorgehalten werden, die sich bereit erklären, später als Hausarzt in Regionen zu arbeiten, die bereits ärztlich unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht sind. Dadurch wird auch die Suche nach Nachfolgern für eine Landarztpraxis erleichtert. Die Quote soll möglichst zum Wintersemester 2019/20 umgesetzt werden. Ziel ist, zusammen mit der Klinikförderung eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung für ganz Bayern zu sichern.

Im Herbst startet zudem das Geburtshilfeförderprogramm, mit dem der Freistaat die Kommunen in Bayern dabei unterstützt, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten. Parallel können ab 1. September Hebammen in der Geburtshilfe den Hebammen-Bonus von 1000 Euro pro Jahr beantragen. „Und ebenfalls im Herbst werde ich einen Runden Tisch veranstalten, um zu überlegen, wie wir die Versorgung von Schwangeren und Müttern weiter verbessern können“, versprach die Ministerin. „Mir ist wichtig, dass alle Mütter in Bayern die Betreuung durch Hebammen bekommen, die sie brauchen“, bekräftigte auch Söder.

Gesundheitsversorgung durch Telemedizin

Darüber hinaus ist die Telemedizin ein wichtiges Zukunftsthema zur medizinischen Versorgung des ländlichen Raumes. Damit kann der Zugang zu einem Arzt ohne weite Anfahrtswege ermöglicht werden. Hierzu wird es verschiedene Ansätze geben. In Kürze soll, gefördert mit bis zu 330.000 Euro, ein telemedizinisches Forschungsprojekt im südbayerischen „Digitalen Dorf“, dem Verbund Spiegelau-Frauenau, starten. Es soll Hausärzte entlasten und mit Pflegediensten und Krankenhäusern vernetzen.

Spitzenmedizin im Blick

„Bayern ist mit seinen Universitätskliniken und vielen Forschungseinrichtungen schon heute ein Land der Spitzenmedizin“, erklärte zudem Wissenschaftsministerin Marion Kiechle. Mit Hochleistungseinrichtungen wie dem Forschungsinstitut für neue Immun- und Infektionskrankheiten in Regensburg (RCI), dem Bayerischen Krebsforschungszentrum, einem digitalen OP-Saal im Deutschen Herzzentrum München und einem Zentrum für Hochleistungssequenzierung von Genomen am Helmholtz Zentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) in München-Neuherberg soll nochmals der Zugang der Menschen in Bayern zu absoluter Spitzenmedizin verbessert werden. „Das verlängert Leben und verbessert Lebensqualität“, so Kiechle.

Quelle: Bayernkurier © 2018