In einem andern Land

Von You Xie

„In einem andern Land“ ist ein Roman von Ernest Hemingway. Die Politiker der SPD hätten den Roman vor Sondierungen lesen müssen. Meiner Meinung nach lebten sie in einem anderen Land und kümmerten sich um Probleme der anderen Länder, machten keine Aufgaben und suchten keine Lösungen für Deutschland.

„In einem andern Land“ ist ein Roman von Ernest Hemingway, der 1929 unter dem Titel A Farewell to Arms bei Charles Scribner’s Sons in New York erschien. Der Ich-Erzähler Frederic Henry hat ein Architekturstudium in Rom abgebrochen und ist in den Krieg gezogen. Für Frederic besteht der Krieg aus Wartezeiten und Krankheiten. Gegen das Warten helfen Lektüre wie „Das Feuer“ von Barbusse. Ernüchtert wie Frederic, empfinden die meisten Uniformierten den lausigen Krieg inzwischen als Schweinerei. „Wenn ich Verstand hätte, wäre ich nicht hier“, sagt ein italienischer Kamerad zu Frederic. Trotzdem wird er angegriffen und stirbt.

Die Politiker der SPD hätten den Roman vor Sondierungen lesen müssen. Meiner Meinung nach lebten sie in einem anderen Land und kümmerten sich um Probleme der anderen Länder, machten keine Aufgaben und suchten keine Lösungen für Deutschland.

SPD vor Sondierungen gespalten: von „Bürgerversicherung“ bis „Vereinigte Staaten von Europa“.

Vor den Sondierungen mit der Union pochte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Karl Lauterbach, auf eine Bürgerversicherung für alle.

Die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die SPD zum Einlenken in der Debatte über eine sogenannte Bürgerversicherung aufgefordert. „Das Wort ‚Bürgerversicherung‘ klingt zwar schön – Tatsache ist aber, dass damit längere Wartezeiten und eine schlechtere medizinische Versorgung für alle drohen“, warnte Huml. Die SPD solle deshalb jetzt mehr auf Vernunft und weniger auf Ideologie setzen.

Mit einem dreiseitigen Positionspapier will die CSU sich positionieren als Partei für Fortschritt und Modernisierung. Einige Forderungen aus dem „Wachstumsplan für Deutschland“ werden sich schwer mit den Vorstellungen der SPD für eine große Koalition zusammenbinden lassen.

Die CSU wendet sich in dem Entwurf strikt gegen „Vereinigte Staaten von Europa“. Sie fordert vielmehr, Kriterien zu formulieren, „ab welchem Punkt der Integrationsprozess zu Ende ist und wir keine weiteren Kompetenzen mehr nach Brüssel verlagern wollen“. Einen eigenen Haushalt der Eurozone und einen europäischen Finanzminister, wie es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorschlägt, lehnt die CSU ab. Die SPD hat mehrfach betont, Macron unterstützen zu wollen.

Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, dass eine neue große Koalition Antworten auf das Ergebnis der Bundestagswahl geben müsse.