Jubiläum: Katholisches Kasino Bamberg begeht sein 150. Stiftungsfest

Am Dreikönigstag,  6. Januar 2018 feierte das Katholische Kasino Bamberg sein 150. Stiftungsfest. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Peter Bruns zum Thema „Kreuz unterm Halbmond“. Doch es geht nicht nur um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem aktuell wichtigen Thema, sondern die Jesuitenmission erhält auch eine Spende für die Unterstützung der Christen in Syrien in Höhe von 2.500,- Euro. Staatsministerin Melanie Huml nahm auch an der Feier teil.

Vor dem Hintergrund eines seit 1852 währenden Konfliktes zwischen Staat und katholischer Kirche im Großherzogtum Baden empfahl der 14. Deutsche Katholikentag zu Aachen im September 1862 den katholischen Christen die Gründung von Vereinen als Gegengewicht zur antikirchlichen Agitation in der liberalen Öffentlichkeit. Um der Obrigkeit keinen Anlass zum Verbot zu geben, nannte man sie Kasinos, worunter man gesellige Vereinigungen mit Diskussions- und Vortragsabenden verstand. In Bamberg schritt man im Vorfeld des in Bamberg veranstalteten Katholikentags von 1868 zur Gründung einer solchen Gemeinschaft, die schon nach zwei Jahren über 300 Mitglieder zählte.

In dem ab 1871 von Bismarck entfesselten Kirchenkampf hatte sie eine erste große Bewährungsprobe zu bestehen. Auch in den folgenden Jahrzehnten vertrat das Katholische Kasino Bamberg konsequent katholische Standpunkte, bevor es unter dem Druck des totalitären NS-Regimes verstummen musste. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Katholische Kasino einen zweiten Frühling und beteiligte sich erfolgreich am Aufbau einer demokratischen, christlich geprägten Zivilgesellschaft. Vornehmlich engagierte es sich für Ehe und Familie gemäß dem von der katholischen Soziallehre entwickelten Subsidiaritätsprinzip und dessen Durchsetzung in der Politik. Mitglieder des Katholischen Kasinos beteiligten sich maßgeblich an der Verbreitung dieser Ideen in der Öffentlichkeit.

Mittlerweile haben sich die Zeiten geändert. Auch in traditionell katholisch geprägten Gebieten löst sich das kirchliche Milieu auf und die überzeugten Christen sind zu einer von weiterem Rückgang bedrohten Minderheit geworden. Aber sie betonen in der Öffentlichkeit die christlichen Werte stark und verdeutlichen ihre positive Wirkkraft für die Gesellschaft. Es sollte kein Geheimnis bleiben, welch wichtige Beiträge praktizierende Christen zum Funktionieren des demokratischen Staatswesens leisten, sei es durch ehrenamtliche Tätigkeiten, eine nachhaltige Lebensführung oder auch nur durch ihre Resistenz gegenüber radikalen politischen Parteien.