MUNA-Gelände: ein akzeptabler stadtverträglicher Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie

—— Bericht aus dem Konversionssenat von Peter Neller

Die Wohnungssituation in Bamberg,  insbesondere der zusätzliche Bedarf an Sozialwohnungen,  sowie die Aufplanung eines Gewerbeparks auf dem ehemaligen MUNA-Gelände an der Geisfelder Straße waren zentrale Themen des heutigen Konversionssenats.

Bebauungsplan „Gewerbepark Geisfelder Straße“:

Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Senat, gegen die Stimmen der Grünen,  den nächsten Schritt im Bebauungsplanverfahren. Die eingegangenen Stellungnahmen und Anregungen wurden abgewogen und einige abrundende Änderungen am Bebauungsplanentwurf vollzogen. Wesentlichste Änderung ist die Reduzierung der ausgewiesenen Baufläche von zuerst angedachten 85 auf jetzt im Verfahren befindlichen 54 Hektar. Dabei sind jedoch aktuell bereits 7 ha für Gewerbe durch beispielsweise Telekom und FT-Druckzentrum genutzt, so dass „nur noch“ 47 ha zusätzlich hinzukommen würden. Für  die CSU sprach Stadtrat Peter Neller von einem akzeptablen stadtverträglichen Kompromiss zwischen Ökonomie und Ökologie.

Die CSU stuft die Ausweisung dieses Gewerbeparks als wichtigste Weichenstellung  für Wirtschaft, Gewerbe, Steuereinnahmen  und  Arbeitsplätze zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein. Die diesbezüglichen Entscheidungen werden noch das Leben unserer Kinder und Enkelkinder in Bamberg nachhaltig beeinflussen, so Peter Neller.  Deshalb müssten die Entscheidungen mit Weitblick und Vernunft getroffen werden und dürften nicht ähnlich verfehlt ausgehen wie die Gebietsreform in den 70er Jahren.

Nach Meinung der CSU seien die besonders schutzwürdigen Sandmagerrasenflächen und der besondere Artenvielfalt abgesichert worden. Darüber hinaus müsse nicht jeder Haselnussbusch unter Artenschutz gestellt werden, nur weil er auf einem Bunker wild aufgegangen sei. Deshalb votierten die CSU-Stadträte mit einem klaren ja zur Fortführung der Planungsphase auf der Basis der eingegangenen Anregungen. Denn jetzt liege ein stadt- und naturverträglicher Interessenausgleich der Planung zugrunde.

Ein klares Ja gab es seitens der CSU in diesem Zusammenhang auch für den grundsätzlichen Neubau einer Verkehrspolizeiinspektion im Bereich Armee-/Moosstraße. Zu respektieren sei, dass der Freistaat grundsätzlich nur auf eigenen Grundstücken baue. Gestiegene Einwohnerzahlen, AEO und gestiegenes Verkehrsaufkommen durch das Autobahnkreuz bedinge diesen Neubau. Die CSU tritt nachhaltig für den Polizeistandort Bamberg ein, nicht nur mit Verweis auf die 110 Beschäftigten und die Investitionssumme von 21 Millionen Euro. Sondern weil Polizei in der Stadt Sicherheit bedeute und Sicherheit ein wesentlicher Faktor für Lebensqualität sei.

Sozialwohnungen in Bamberg:

Hierzu wurde im Auftrag der Stadt ein Gutachten durch den Sachverständigen Dr. Peter Mõller erstellt. Dieser kommt in seinem schriftlichem Bericht zu dem Ergebnis, dass in den nächsten Jahren in Bamberg 350 bis 450 geförderte Wohnungen errichtet werden müssen, um die Wohnraumversorgung der Haushalte mit niedrigem Einkommen sicher zu stellen.

Dies sei darauf zurückzuführen,  dass in den letzten Jahren die Bevölkerung in Bamberg rasant gestiegen sei. 75 % der Zuzüge bestünden jedoch aus Haushalten mit niedrigem Einkommen. Demgegenüber wurden in letzter Zeit in Bamberg nur Wohnungen im Hochpreissegment neu errichtet. Gleichzeitig hätten die Wohnungsbauunternehmen ihren Bestand in Bamberg verringert. Deshalb mussten jetzt verstärkt Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von unter 6 Euro auf den Markt gebracht werden.

CSU-Sprecher Neller mahnte dringend an, für zusätzlichen Wohnungsbau,  auch über Sozialwohnungen hinaus,  in Bamberg die Wege zu ebnen und nicht jedes Bauvorhaben durch überzogene Anforderungen kostenmäßig zu verteuern. Preisgünstiger Wohnraum lasse sich nur mit günstigen Rahmenbedingungen realisieren. Dazu gehört effiziente Ausnutzung von Grundstücken genauso wie der Verzicht auf nicht unbedingt erforderliche Ausstattungsdetails.
Bundespolizei:

Die Bundespolizei erwägt derzeit eine neue Trainingseinheit für „Komplexe  lebensbedrohliche Einsatzlagen“ (KLE). Als Standorte sind derzeit im Gespräch Schweinfurt und Bamberg, wobei  in Bamberg das Gebiet östlich der Autobahn diskutiert wird.

Öffnung des Autobahnanschlusses Zollnerstraße:

Sehr zur Freude der Anwohner in der Gartenstadt können künftig die Polizeianwärter freitags direkt vom Gelände der Bundespolizei über die Zollnerstraße auf die Autobahn und so ins Wochenende starten.  Die Staus im Wohngebiet werden damit ein Ende haben. Damit wird eine nachhaltige Forderung der CSU-Fraktion erfüllt. Dies gelte umso mehr als von  einem Fortbestand einer Aufstockung der Bundespolizei auszugehen sei.

Sprecher Neller betonte, dass die CSU auch weiterhin bei ihrer Forderung bleibe, dass die Wohnbevölkerung in der Gartenstadt und am Rothseelein eine Fußgängerunterführung unter der Autobahn A 73 benötige,  damit der Hauptsmoorwald als Naherholungsgebiet genutzt werden könne.