Otto Neukum

Von You Xie

Im März 1966 wählte die Landkreisbevölkerung Otto Neukum zum Landrat des Landkreises Bamberg, der die Geschicke des Landkreises Bamberg rekordverdächtige 30 Jahre lang lenkte.

Otto Neukum wurde am 23. Dezember 1929 in Bamberg geboren. Er legte 1949 das Abitur am Alten Gymnasium in Bamberg ab und studierte im Anschluss Jura und Philosophie in Bamberg, Erlangen und München. Nachdem er die erste und zweite Staatsprüfung ablegte, wurde er 1958 Regierungsassessor bei der Regierung von Oberfranken. Im Jahr darauf wurde er juristischer Staatsbeamter beim Landratsamt in Kronach und daraufhin Regierungsrat. 1963 stieg er bei der Landespolizeidirektion Oberfranken ein, bei der er Polizeirat und Stellvertreter des Leiters der Landpolizeidirektion war. 1966 wurde er Oberregierungsrat.

Viele Entscheidungen und Einrichtungen, die bis heute das Bamberger Land und seine Lebensqualität prägen, entstanden in der Ära des markanten Politikers.

So wurden drei Realschulen und zwei Förderschulen sowie zahlreiche neue Straßen gebaut, die Wasser- und Abwasserversorgung grundlegend modernisiert. Der Landkreis beteiligte sich über Zweckverbände am Bau und Betrieb des Müllheizkraftwerks (am nördlichen Stadtrand von Bamberg) und der Weiterentwicklung der Berufsschulen. Mit der Ansiedlung von Unternehmen wie Michelin in Hallstadt, Neubert und Ina in Hirschaid siedelten sich wichtige Arbeitgeber an.

Der Landkreis profitierte in vielerlei Hinsicht davon, dass sein höchster Repräsentant in einer noch von Aufbau und Aufbruch geprägten Zeit auch in überregionaler Gremien mitredete. Neukum war auf vielen Ebenen aktiv.

1971 wurde er von Kardinal-Großmeister Eugène Kardinal Tisserant zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem ernannt und am 15. Mai 1971 im Konstanzer Münster durch Lorenz Kardinal Jaeger, Großprior der deutschen Statthalterei, investiert. Er war Offizier des Ordens.

Otto Neukum verstarb am 9. November 2014 in Burgebrach.

Bild: Pressestelle Landratsamt Bamberg