Schulhaus Wildensorg erhalten

Das Schulhaus Wildensorg als Lernort für Schülerinnen und Schüler zu erhalten, ist das Ziel einer Initiative von Bürgermeister Dr. Christian Lange (CSU). Gefährdet erscheint der Standort vor allem deshalb, weil die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der Domschule, zu deren Schulsprengel das Schulhaus Wildensorg, nach den Hochrechnungen des Stadtplanungsamtes um gerundet ein Drittel abnimmt. Es sind aber in der Domschule pro Jahrgang 57 Schülerinnen und Schüler notwendig, um zwei Klassen zu bilden, von denen die eine im Hauptschulhaus am Dom und die andere am Standort in Wildensorg beschult wird. „Es ist mir aber ein Anliegen, das Schulhaus als Schulstandort langfristig zu erhalten,“ sagt daher der für Schulen zuständige Bürgermeister.

Um das Ziel zu erreichen, hat er nun folgenden Vorschlag in die Diskussion eingrebacht: Die Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtteil Südwest, die  bisher in der Kaulbergschule beschult werden, sollen künftig das Schulhaus Wildensorg besuchen. Damit würde einerseits die Raumsituation an der Kaulbergschule entlastet, andererseits würde die Anzahl der eingeschulten Kinder am Standort Wildensorg langfristig stabilisiert; und: der Schulweg für die Kinder aus Südwest würde sich verringern, weshalb auch die Verkehrssituation am Kaulberg entschärft würde.

Im Vorfeld wurde daher viele Gespräche geführt: Mit dem staatlichen Schulamt, das wiederum mit den beiden Rektoren gesprochen hat, den Pfarrern (wegen des Kommunionvorbereitungsunterrichtes), den Bürgervereinen Süd-West, Sand, Bug, Kaulberg und Am Bruderwald, den Vorsitzenden der beiden Elternbeiräte und verschiedenen Stadträten aus dem Areal. Das Ergebnis: Alle haben grundsätzlich ihre Zustimmung erteilt, wobei der Bürgerverein Süd-West hingegen einige Wünsche und „Forderungen“ für eine künftige Beschulung in Wildensorg formuliert hat, wie die Sicherstellung einer eigenen Mittagsbetreuung in Wildensorg, an deren Umsetzung die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein arbeitet.

Über die Veränderung von Schulsprengeln entscheidet die Regierung von Oberfranken als Schulaufsichtsbehörde. Kurz bevor nun in der Sitzung des Kultursenates in der letzten Woche ein solches Änderungsverfahren auf den Weg gebracht werden sollte, hat nun der Rektor der Kaulbergschule, Norbert Eger, grundsätzliche Bedenken geltend gemacht. Seinen Vorbehalten hat sich der bis dahin positiv eingebundene Bürgerverein Kaulberg angeschlossen. Daher hat Bürgermeister Dr. Christian Lange (CSU) die Beschlussfassung abgesetzt. „Mir ist wichtig, bei einer solch grundlegenden Entscheidung alle Beteiligten ‚im Boot zu haben'“, sagt er. Daher soll es nun im Mai eine Sondersitzung des Kultursenates geben. Bis dahin werden weitere Gespräche stattfinden, gerade auch mit dem betroffenen Schulleiter und dem Bürgerverein Kaulberg. Jüngst hat sich auch die Vorsitzende des Bürgervereins Wildensorg, Monika Hoh, an die Medien mit der Bitte um Unterstützung für „ihr“ Schulhaus gewandt.

Grundsätzlich muss jedoch nach Ansicht des für die Schulen zuständigen Bürgermeisters eine langfristig tragfähige Lösung gefunden werden. Dabei ist nun ein Vorschlag neu in die Diskussion gebracht worden: Kann es auch eine Idee sein, den Standort Wildensorg in die Kaulbergschule „umzusprengeln“, so dass die Auswirkungen auf die Klassenstärken an dem Schulhaus besser innerhalb eines Schulsprengels abgeschätzt werden können?

Es bleibt also spannend!

 

 

Bildquelle: Internetauftritt der Domschule