Soziokulturelles Quartier für Bamberg-Ost?

Der heutige Konversionssenat bot von der Themenpalette wenig Neues. Die CSU-Fraktion begrüßte die Begrenzung der Kapazität des neuen Ankerzentrums für Flüchtlinge an der Pödeldorfer Straße auf aktuell 1500, wobei natürlich eine weitere Absenkung der Zahl wunschwert wäre.  Der Teufel stecke jedoch im Detail, so Sprecher Peter Neller.  So sei maßgeblich welche Nationalitäten dort untergebracht werden und wie man versuche, Konfliktpotentiale, wie sie bei so viel Menschen mit geringer Bleibeperspektive auf engstem Raum naturgemäß vorkommen, in Griff zu bekommen. Hier sei auch viel Fingerspitzengefühl von der Regierung von Oberfranken gefordert.

Im Hinblick auf  zusätzlichem Wohnraum forderte die CSU-Fraktion, Verhandlungen mit dem Bund zu führen, damit die Gebäude in der Nachbarschaft der Wörthstraße freigegeben werden, um sie dem freien Wohnungsmarkt zuzuführen

Einmal mehr unterstützte die CSU die Anliegen der Bewohner am Rotseelein,  ehemalige Nato-Siedlung,  einen Zugang zum Hauptsmoorwald durch Die Unterführung der A 73 zu erhalten, wobei natürlich in den Verhandlungen mit der Autobahndirektion die Interessen des Golfclubs ebenfalls einzubringen seien.

Im Hinblick auf die öffentliche Diskussion zum Muna-Gewerbepark und dem Neubau der Verkehrspolizeiinspektion regte CSU-Sprecher Neller an, das Bauleitverfahren aufzuspalten, um die Schaffung neuer Gewerbeflächen nicht mit noch mehr Diskussionen zu überfrachten.  Begrüßt wurde die von der Verwaltung hierzu jetzt angekündigte Informationsveranstaltung im Pfarrsaal St. Kunigund, am Donnerstag, 14.06.2018, um 19.30 Uhr.

Zentrales Thema der Sitzung war eine Präsentation zum Thema “ Konzeptionelle Entwicklung der Konversionsgebäude -/ -flächen der Lagarde-Kaserne als Kulturquartier“. Insofern hatte der Stadtrat die Eloprop GmbH, Regensburg, beauftragt. Deren Geschäftsführer Thomas Kästle stellte die Studie, die auch Grundlage für das  Förderverfahren „Nationale Projekte des Städtebaus“ sein soll, in der Sitzung vor.  Grundlage der Studie ist eine breit gefächerte Bedarfsabfrage, welche Bedarfe von Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen, Seminar-, Kurs- und Proberäume, Büros,  Werkstätten,  Ateliers und Lagerräumen nachweist. Im Hinblick auf den Gebäudebestand in der Lagarde-Kaserne zeigte der Gutachter mehrere Nutzungsszenarien auf und glich diese mit den Ergebnissen der Raumbedarfsabfrage ab. Für die ehemalige Reithalle schlägt der Gutachter eine Nutzung als Event-/Markthalle mit mittelgroßem Veranstaltungsraum vor. Die ehemalige Posthalle sieht er als Multifunktions- und Entwicklungsfläche.

Peter Neller sprach in der Diskussion  von „Lagarde“ als dem „Campus der Chancen“, Chancen für Bamberg und insbesondere dem Bamberger Osten. Er stellte die vielfältigen Nutzungen heraus, welche neben Wohnen auch ein Kulturquartier und Stadtteilzentrum (soziokulturelles Quartier) für Bamberg-Ost umfassen könne. Dieses solle mit den Bamberger Kulturschaffenden entwickelt werden. Die CSU-Fraktion votierte in diesem Zusammenhang deutlich gegen einen weiteren Kongressstandort. Hinsichtlich der Umsetzung der vielen euphorischen Vorschläge  sei immer auch die wirtschaftliche Realisierbarkeit maßgeblich. Denn weder Kulturquartier noch Stadtteilzentrum werde es zum kommunalen Nulltarif geben.