Urbaniprozession

Festgottesdienst am 27.05.2018 um 08.00 Uhr in der Oberen Pfarre bzw. um 08.15 Uhr in St. Urban, anschließend Auszug der Prozession. Seit Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts beteiligt sich nunmehr die Gemeinde St. Urban aktiv an dieser Prozession: Sie zieht nach dem Gottesdienst über die alte Würzburgerstraße zum Hohen Kreuz, wo sie auf die von der Oberen Pfarre kommende große Urbaniprozession stößt. Auf dem Weg dorthin werden Einrichtungen wie das Altenheim, das Klinikum oder die Sportstätte der Gehörlosen mit einbezogen. Mit dabei waren – neben anderen  – auch die CSU-Stadträte  Anna Niedermaier, Dr. Heller, Franz-Wilhelm und  You Xie  und CSU-Ortsvorsitzende (Berggebiet) Dr. Andrea  Schöppner.

Alljährlich begeht unsere Pfarrgemeinde am Dreifaltigkeitssonntag die traditionelle Urbaniprozession, bei der seit Jahrhunderten die am Kaulberg lebenden Häcker den heiligen Urban, Schutzherr der Winzer und Weinberge, verehren.

Der älteste zugängliche Beleg für diese Prozession entstammt dem Bruderschaftsbuch der Häcker. Ein Eintrag ist vom 25. Mai 1636, dem Urbanstag. Er bestätigt die Feier und Zelebrationen des Festes des hl. Papstes und Märtyrers St. Urban. Es fand eine heilige Messe statt. Danach zog man mit den heiligen Bildern in die Häckerstube und später wieder zurück in die Kirche. Hierin zeigt sich bereits eine Vorform der späteren Urbaniprozession.

Nach dem abgehaltenen Gottesdienst versammelten sich alle Bruderschaftsmitglieder und begleiteten unter Lobgesang den heiligen Patron zu der Häckerstube, die sich auf dem Kaulberg befand. Die Statue war dort den ganzen Tag aufgestellt, und jeder hatte die Möglichkeit dem Patron seine Ehre zu erweisen. Am Abend wurde sie wieder in die Pfarrkirche zurück getragen, wo anschließend ein Seelenamt für die verstorbenen Bruderschaftsmitglieder abgehalten wurde.

Es kann aber auch sein, dass die Prozession schon vor 1636 abgehalten wurde. 1705 müsste diese Prozession erstmals kirchlich organisiert gewesen sein und den Charakter eines festlichen Umgangs gehabt haben.

Im 19. Jahrhundert wurden für einige Jahre Prozessionen und Bittgänge eingeschränkt. Darunter müsste auch diese Prozession verboten worden sein. Im Jahre 1837 Änderung der Prozessionsordnung: Der Flurumgang wird am Vormittag abgehalten.

„Am heiligsten Dreifaltigkeitssonntag, wird das Bruderschaftsfest des hl. Papstes und Märtyrers Urbanus gefeiert, zur Erlangung der Fürbitte bei Gott, daß der die lieben Feldfrüchte und den Weinstock segnen, erhalten und gedeihen lassen möge.“